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Recht & Kosten

Quereinstieg als Fahrlehrer: Der Weg in den Beruf

Quereinstieg als Fahrlehrer: Der Weg in den Beruf
Quereinstieg als Fahrlehrer: Der Weg in den Beruf

Der Arbeitsmarkt für Fahrlehrer ist seit Jahren angespannt. In vielen Städten warten Fahrschüler sechs Monate oder länger auf einen Ausbildungsplatz, weil schlicht zu wenige Lehrkräfte verfügbar sind. Das hat einen Grund: Der Beruf bietet gute Bedingungen, spricht aber kaum jemanden direkt nach der Schule an. Stattdessen kommen viele Interessenten aus völlig anderen Berufen. Logistiker, Bürokaufleute, Handwerker, frühere Polizisten. Für Quereinsteiger kann die Fahrlehrerausbildung ein echter Neustart sein, wenn man die Voraussetzungen kennt und die Ausbildung realistisch plant.

Was Quereinsteiger mitbringen müssen

Die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen sind überschaubar. Wer Fahrlehrer werden möchte, braucht mindestens einen Hauptschulabschluss sowie seit mindestens drei Jahren einen Führerschein der Klasse B. Zusätzlich ist ein aktuelles Führungszeugnis ohne Eintragungen Pflicht. Wer die Klassen BE, A oder CE unterrichten möchte, braucht dafür jeweils eigene Führerscheine, die vor oder während der Ausbildung erworben werden können.

Ein Mindestalter von 21 Jahren wird vorausgesetzt, in der Praxis sind die meisten Quereinsteiger jedoch zwischen 30 und 45 Jahren alt. Das ist kein Nachteil. Wer bereits Berufserfahrung, Sozialkompetenz und Geduld mitbringt, hat oft bessere Voraussetzungen für die pädagogische Arbeit mit Fahrschülern als jemand, der den Beruf frisch von der Schule ansteuert.

Aufbau und Dauer der Ausbildung

Die Fahrlehrerausbildung ist in Deutschland bundeseinheitlich geregelt und besteht aus zwei Phasen. In der ersten Phase absolviert man eine Ausbildung an einer staatlich anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte. Diese dauert in Vollzeit in der Regel neun bis zwölf Monate für die Klasse BE, also den klassischen Einstieg mit Pkw und Anhänger. In Teilzeit kann sich die Ausbildung auf 18 bis 24 Monate strecken.

Die zweite Phase ist ein Ausbildungsverhältnis in einer Ausbildungsfahrschule. Dort unterrichten angehende Fahrlehrer unter Aufsicht eines Ausbildungsfahrlehrers und sammeln praktische Erfahrung. Diese Phase dauert mindestens 12 Monate. Am Ende steht eine Prüfung vor dem zuständigen Landesprüfungsamt. Erst danach wird die Fahrlehrerlaubnis erteilt.

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Was die Ausbildung kostet

Die Kosten sind ein zentrales Thema für Quereinsteiger, weil die Ausbildung nicht günstig ist. Für die Klasse BE liegen die Lehrgangsgebühren je nach Anbieter zwischen 8.000 und 14.000 Euro. Wer zusätzlich die Klasse A oder C erwerben möchte, zahlt entsprechend mehr. Hinzu kommen eventuelle Kosten für noch fehlende Führerscheinklassen sowie Lebenshaltungskosten während der Vollzeitausbildung, wenn man parallel keiner anderen Tätigkeit nachgeht.

Wer die Finanzierung plant, sollte mehrere Optionen prüfen. Über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) lassen sich unter bestimmten Umständen Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen beantragen. Manche Bundesländer fördern die Ausbildung zusätzlich, besonders in Regionen mit akutem Fahrlehrer-Mangel. Auch einige Fahrschulen bieten Ausbildungsverträge mit Vergütung an, um künftige Lehrkräfte zu binden. Wer sich für einen strukturierten Einstieg in die fahrlehrerausbildung interessiert, findet bei spezialisierten Trägern konkrete Informationen zu Ablauf, Fördermöglichkeiten und regionalen Angeboten.

Fahrschulklassen im Überblick

Fahrlehrerlaubnisklasse Berechtigt für Ausbildungsdauer (Vollzeit)
BE Pkw, Pkw mit Anhänger 9 bis 12 Monate
A Motorräder Aufbaukurs, ca. 4 Monate
CE Lkw, Lkw mit Anhänger Aufbaukurs, ca. 4 Monate
DE Busse Aufbaukurs, ca. 4 Monate

Arbeitsalltag: Was wirklich auf einen wartet

Viele Quereinsteiger haben eine klare Vorstellung davon, wie der Arbeitsalltag aussieht. Die Realität weicht davon häufig ab. Fahrlehrer arbeiten selten klassische 9-bis-17-Uhr-Schichten. Fahrstunden beginnen oft früh morgens oder enden spät abends, weil Fahrschüler selbst berufstätig oder in der Schule sind. Samstagsarbeit ist die Regel. Wer auf eine strikte Fünf-Tage-Woche angewiesen ist, muss das im Vorfeld klären.

Dazu kommt die emotionale Seite des Berufs. Fahrschüler bringen unterschiedliche Lernstände, Ängste und manchmal auch Ungeduld mit. Wer in früheren Berufen bereits erklärt, unterrichtet oder betreut hat, ist klar im Vorteil. Auch Stressresistenz im Straßenverkehr ist keine Selbstverständlichkeit. Wer im Beifahrersitz ruhig bleibt, wenn ein Fahrschüler eine unklare Situation falsch einschätzt, hat einen wichtigen Teil des Berufsbilds bereits verinnerlicht.

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Was Quereinsteiger häufig unterschätzen

  • Den theoretischen Prüfungsstoff: Die Fahrlehrerprüfung ist anspruchsvoll und geht weit über das hinaus, was man für den eigenen Führerschein gelernt hat.
  • Den pädagogischen Teil: Didaktik und Lernpsychologie sind fester Bestandteil der Ausbildung und werden geprüft.
  • Die Selbstständigkeit: Viele Fahrlehrer arbeiten als Angestellte, ein Teil macht sich nach einigen Jahren selbstständig. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse sind dann unerlässlich.
  • Die körperliche Belastung: Stundenlang im Fahrzeug sitzen, oft in angespannter Aufmerksamkeit, ist auf Dauer belastend. Ergonomie und Ausgleichssport sollten eingeplant werden.

Lohnt sich der Wechsel?

Das hängt stark von der eigenen Ausgangslage ab. Wer aus einem körperlich belastenden Beruf kommt, schätzt oft die andere Art von Arbeit. Wer bisher im Büro saß, schätzt die Abwechslung und den direkten Kontakt mit Menschen. Das Gehalt liegt im Angestelltenverhältnis je nach Region und Fahrschule zwischen 2.400 und 3.200 Euro brutto im Monat. Selbstständige Fahrschulinhaber können deutlich mehr verdienen, tragen aber auch das unternehmerische Risiko. Wer den Schritt in die eigene Fahrschule wagt, findet auf Für Gründer und Macher Hintergründe rund um Gründung und unternehmerischen Alltag.

Die Nachfrage nach Fahrlehrern wird in den nächsten Jahren nicht abnehmen. Das Durchschnittsalter in der Branche ist hoch, viele erfahrene Lehrkräfte gehen in den nächsten zehn Jahren in Rente. Wer jetzt einsteigt, tut das in einen Markt mit stabiler Nachfrage und guten Perspektiven für Berufserfahrene, die einen verlässlichen, sinnstiftenden Beruf suchen.

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